Bewertung:
Das Buch ist eines der geschmackvolleren
deutschen Werke zum Thema Transsexualität. Die vielen Schwarzweiss-Fotografien
(und einige bunte Fotos) vermitteln sehr gut die dargestellten Persönlichkeiten,
welche die dargestellten Menschen haben. Dabei werden nicht einmal die
Nacktfotos als anzüglich empfunden, sondern als "ich bin so" - meiner
Meinung nach ein Indiz für die hohe Qualität des Werkes.
Ich möchte jedoch nicht verheimlichen,
dass das Buch auch seine Nachteile hat: in den erzählten Lebensläufen
wird zu sehr das Klischee des einstmals leidenden Transsexuellen genährt,
stets war eine schwere Kindheit vorhanden - das lässt für Außenstehende
die falschen Schluss zu, dass alle Transsexuellen keine glücklichen
Kinder sein durften?
Die Texte sind alle sehr nachdenklich
und hinterlassen des öfteren einen bitteren Geschmack der Resignation
- ob das die Intention war, weiss ich nicht, da ich selbst aus Grundsatz
eher zu denjenigen gehöre, die sich etwas erarbeiten wollen, nicht
aus Mitleid bekommen.
Wer das Buch bei einem Bekannten
im Regal sieht, kann mal drin blättern. Wer das Buch als Schnäppchen
erhaschen kann, soll zugreifen. Im Laden würde ich es mir nur dann
kaufen, wenn ich konstant gut drauf bin, da eine relativ düstere Stimmung
verbreitet wird und mir eine Depression zu nähren das Geld nicht wert
ist. |