Henrik aus München

 
 

Holde-Barbara Ulrich und Thomas Karsten: 

Messer im Traum - Transsexuelle in Deutschland

Holde-Barbara Ulrich und Thomas Karsten: Messer im Traum - Transsexuelle in Deutschland, konkursbuch Verlag Claudia Gehrke, Tübingen, 1994; 176 Seiten
 
Bewertung:
Das Buch ist eines der geschmackvolleren deutschen Werke zum Thema Transsexualität. Die vielen Schwarzweiss-Fotografien (und einige bunte Fotos) vermitteln sehr gut die dargestellten Persönlichkeiten, welche die dargestellten Menschen haben. Dabei werden nicht einmal die Nacktfotos als anzüglich empfunden, sondern als "ich bin so" - meiner Meinung nach ein Indiz für die hohe Qualität des Werkes. 

Ich möchte jedoch nicht verheimlichen, dass das Buch auch seine Nachteile hat: in den erzählten Lebensläufen wird zu sehr das Klischee des einstmals leidenden Transsexuellen genährt, stets war eine schwere Kindheit vorhanden - das lässt für Außenstehende die falschen Schluss zu, dass alle Transsexuellen keine glücklichen Kinder sein durften? 
Die Texte sind alle sehr nachdenklich und hinterlassen des öfteren einen bitteren Geschmack der Resignation - ob das die Intention war, weiss ich nicht, da ich selbst aus Grundsatz eher zu denjenigen gehöre, die sich etwas erarbeiten wollen, nicht aus Mitleid bekommen. 

Wer das Buch bei einem Bekannten im Regal sieht, kann mal drin blättern. Wer das Buch als Schnäppchen erhaschen kann, soll zugreifen. Im Laden würde ich es mir nur dann kaufen, wenn ich konstant gut drauf bin, da eine relativ düstere Stimmung verbreitet wird und mir eine Depression zu nähren das Geld nicht wert ist.

 
Erhältlich bei: Buchhandlungen, Szenebuchhandlungen
 
 
 

Viel Spass beim Lesen!

 
 
Diese Seite wurde im September 2002 erstellt von Henrik