Bewertung:
Welch ein Buch!
Durch die Mischung aus Selbstdarstellung,
Portraitierung anderer Transmänner und Beschreibung von operativen
Möglichkeiten ist sowohl für Transmänner als auch für
Nicht-Transmänner ein Buch voller Abwechslung geboten.
Loren Cameron erzählt von sich
selbst, seinem Werdegang, wie er sich fühlt, seinen Träumen und
Enttäuschungen, seinen Erfahrungen. Nicht nur die englischen Texte
sind bewegend; vor allem jedes der schwarzweissen Fotos reisst uns mit
in das Auf und Ab der Emotionen.
Doch gleich darauf macht uns Loren
Cameron wieder Mut: in mehreren Kapiteln zeigt er, dass kein Transmann
wie der andere ist, dass jeder seinen eigenen Weg geht, dass Trans viele
Gesichter und Ausdrucksmöglichkeiten hat.
Beeindruckend und mutig auch der
Abschnitt, in welchem Vorher-Nachher-Fotos zu sehen sind.
Informativ und für einige erschreckend
ist sicherlich das Kapitel, in welchem Ergebnisse von geschlechtsangleichenden
Operationen gezeigt werden. Doch auch hier ist - kennt man Fotos von eher
nicht gelungenen Operationen - die Betonung eindeutig auf Mutmachen und
Aufzeigen der Vielfalt an Möglichkeiten, bes. was den Genitalbereich
anbelangt.
Beendet wird das Buch durch ein
Kapitel, welches Loren Cameron und Kayt in ihrer gemeinsamen Beziehung
portraitiert.
Insgesamt hat Loren Cameron mit
der Body Alchemy einen Klassiker geschaffen, der nicht nur für Transmänner
selbst geeignet ist. Die sehr guten schwarzweiss-Fotos sind ausdrucksstark
und dennoch nicht vertuschend. Die Texte sind zwar in Englisch, jedoch
nehmen sie nur etwa 50 Prozent des Buches ein. Die Fotos sind sehenswert
für jedermann und benötigen in den wenigsten Fällen die
Erläuterung durch den Text.
Meiner Meinung nach sollte sich
jeder dieses Buch zumindest einmal mit Muße durchblättern -
es lohnt sich auf jeden Fall! |