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23. Februar 2000 - Checkup beim Endokrinologen

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Heute
morgen hatte ich meinen ersten Termin beim Endokrinologen! Ich musste ins
Max-Planck-Institut zu Dr. Stalla fahren, wo ich zuerst allgemein zu meinem
körperlichen und seelischen Zustand befragt wurde. |
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So
fragte die nette Ärztin, ob ich irgendwelche Operationen schon hinter
mir habe, ob ich die Pille genommen hätte, wann meine letzte Menstruation
war, ob diese regelmässig kommt, ob ich sonst irgendwelche Krankheiten
(Schilddrüse, Bluthochdruck) habe etc. Auch wollte sie etwas über
meine transsexuelle Vergangenheit wissen und wie ich jetzt damit zurecht
komme, ob z.B. meine Freunde mich so annehmen. Anschliessend erklärte
sie mir in kurzen, aber durchaus verständlichen Worten, was denn nun
in Zukunft passieren wird: ich werde nach dem OK vom Psychologen meine
anfangs 2-wöchentlichen Testoviron-Spritzen bekommen, danach mit 3-4
Wochen Abstand, je nachdem wie sehr ich das Testosteron brauche, um ständig
einen männlichen Level zu haben. Wegen der Menstruation hat sie mich
auch beruhigt: die wird nach den ersten paar Spritzen wegbleiben - zum
Glück! |
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Danach
ging's zum Blutabnehmen. Davor hatte ich ja mit am meisten Angst - man
kann es kaum glauben, aber mir wurde in meinem ganzen Leben nur ein einziges
Mal Blut abgenommen, und darauf bin ich damals umgekippt (aber wahrscheinlich
nur deswegen, weil ich zugeguckt habe, wie das Blut aus mir rausläuft...).
Also hat mich die ebenfalls sehr freundliche Ärztin von vorne herein
auf die Liege gelegt, anstatt mir das Blut im Sitzen abzuzapfen. So konnte
ich wenigstens nicht so leicht gucken. |
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Gleich
anschliessend mussten mir noch einige Haare ausgezupft werden, damit ein
Gentest gemacht werden kann. Das ist nötig, um festzustellen, ob ich
wirklich die richtigen Geschlechtschromosomen einer Frau (XX) habe. Hätte
ich die nicht, sondern einen männlichen Chromosomensatz, dann wäre
ich intersexuell. Das Ausrupfen der Haarwurzeln hat ziemliche Probleme
verursacht, denn ich bin anscheinend geizig mit meinen Haarwurzeln. Jedenfalls
vergriff sich die gute Frau zuletzt aus lauter Verzweiflung sogar an meinen
Augenbrauen (nützte aber auch nichts). Erst eine andere, die etwas
rabiater war, und wo das Auszupfen auch weh tat, konnte einige wenige Wurzeln
ergattern. |
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Ich
wurde auch gefragt, ob ich an einer Studie teilnehmen wolle: es wird untersucht,
ob sich das Schlafverhalten von Frau-zu-Mann-Transsexuellen mit der Verabreichung
der Hormone verändert. Da ich Zeit habe, neugierig bin und ausserdem
der Meinung bin, dass Forschung unterstützt werden sollte, habe ich
zugestimmt. Nächste Woche werde ich also zwei Nächte lang verkabelt
im Max-Planck-Institut schlafen, später, wenn ich dann Hormone bekomme,
noch einmal zwei Nächte. |
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Insgesamt
war der Termin im Max-Planck-Institut eher einer der angenehmen - ich musste
nie besonders lange warten, die Leute dort sind alle sehr nett, und es
sind nicht so viele andere Patienten dort. Auch von Hektik ist keine Spur
zu sehen, alle sprechen sehr ruhig und freundlich. Was mir besonders gut
getan hat: ich wurde konstant als "Herr Haas" angesprochen - eine Sache,
die bei den Sprechstundenhilfen meines Erstgutachters immer sehr weh tut,
da ich immer das Gefühl habe, ich werde nicht für voll genommen. |
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